Festes Shampoo selber machen

In den letzten Jahren mussten meine Haare einiges über sich ergehen lassen, mit meinem Ziel, die Natur zu entlasten. Müll zu vermeiden und dem Körper mehr Natürlichkeit zurück zu geben. Dabei habe ich von Naturseifen, über Natron, Heilerde und Roggenmehl bis zu No Poo alles für die Haarepflege getestet. In meinem Augen hat auch alles seine Berechtigung und funktioniert je nach Typ super. Aber mein absoluter Favorit ist dieses feste Shampoo geworden.

Lange wollte ich ohne Tensid auskommen und den Talg entweder mechanisch oder mit fettbindenden Stoffen entfernen. Aber ich habe einfach das lockere Gefühl nach einer Shampoo-Wäsche vermisst und habe dann das Tensid SCI entdeckt, welches aus der Kokosnuss gewonnen wird und sehr mild wirkt. Das hat mich überzeugt, mein eigenes festes Shampoo herzustellen!

Das Ergebnis meiner Haare ist klasse. Ich bin wirklich total glücklich, denn mein Rezept kommt mit 4 Basiszutaten aus und es ist super leicht hergestellt. Natürlich passe ich es speziell an die Bedürfnisse meiner Haare und der Jahreszeit an.

Warum ein festes Shampoo selber machen?

Für mich gibt es einige gute Gründe mein festes Shampoo selber zu machen. Zum einen komme ich bei meinen Produkten meistens mit nur sehr wenigen & hochwertigen Rohstoffen aus, die ich alle mit ihrer Wirkung kenne und ich kann die Rohstoffe genau an meine Bedürfnisse anpassen. Zusätzlich spare ich sehr viel Verpackungsmüll und nicht zu vergessen liebe ich das Rühren, den Duft und das Testen meiner ganz eigenen & individuellen Produkten.

Basisrezept mit nur 4 Zutaten

Ich habe mehrere Rezepte für meine Familie und mich getestet und dabei hat sich dieses Basisrezept als unser Favorit herausgestellt. Du kannst es ganz einfach an deine Bedürfnisse anpassen!

Basisrezept

  • 1/3 SCI oder SLSA
  • 1/3 Shea- / Kakaobutter (50% -100%) und Pflegeöl (0-50%)
  • 1/3 Stärke / Tonerde / Heilerde
  • ätherische Öle (ca. 10-20 Tropfen auf 100g)

Material

  • Mundschutz
  • 2 Gläser
  • Wasserbad
  • Seifenform / Silikonform
  • Luftdichtes Glas

Mein Lieblingsrezept

Dieses Basisrezept kannst du nun perfekt an deine eigenen Bedürfnisse anpassen. Gerne zeige ich dir, welche Variante sehr gut zu meinen Haare passt. Diese sind dicker, leicht gewellt aber sehr pflegeleicht. Die Kopfhaut juckt ab und zu.

Für ein kleines Stück Haarseife mit insg. 42g verwende ich:

  • 14g SCI*
  • 14g Heilerde* oder 7g Heilerde / 7g Stärke
  • 7g Bio-Sheabutter* (unraffiniert)
  • 7g Hanf-, Broccolisamen- oder Leinsamenöl (nativ)
  • ca. 10 Tropfen ätherisches Öl (100% naturrein)

Anleitung

Zunächst wird die Sheabutter in einem Glas im Wasserbad langsam geschmolzen. Die Temperatur sollte beim Schmelzen nicht zu hoch sein, damit die Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Währendessen mische ich das SCI mit der Heilerde. Wichtig: hier unbedingt einen Mundschutz tragen, denn das Tensid staub sehr stark.

Sobald die Sheabutter geschmolzen ist füge ich das Pflegeöl und die ätherischen Öle hinzu. Die flüssigen Zutaten werden anschließend unter die Trockenen gemischt. Die Masse ist jetzt noch recht flüssig und kann gut in eine Form gegossen werden.

Zum Trocknen wird die Seife für 24h zur Seite gestellt. Sie wird schön fest und kann nach dem Trocknen Luftdicht aufbewahrt werden. Bei viel Wärme an einer Heizung, Sonneneinstahlung oder unter einer heißen Dusche, wird das Stück wahrscheinlich schnell weich werden. Deshalb kühl und trocken lagern. Außerdem muss das Shampoo nach der Anwendug gut trocknen können.

Haltbarkeit

Solange kein Wasser im Produkt verwendet wird, kannst du als Faust-Regel nehmen, dass das Shampoo solange hält, wie die Haltbarkeit des Inhaltsstoffes mit dem kürzesten MHDs. Verlass dich aber trotzdem auch immer auf deinen Geruchssinn, sollte das Shampoo ranzig riechen, dann verwende es besser nicht mehr.

Ich hatte bisher noch nicht die Möglichkeit das MHD komplett auszureizen, weil das Shampoo bei 5 Personen immer gut aufgebraucht wird.

Anwendung des festen Shampoos

Das selbstgemachte Shampoo unterscheidet sich etwas von der Haarseife und herkömmlichen Shampoos. Zum einen ist der Geruch nicht so intensiv und es schäumt sehr mild.

Das Shampoo kann zwischen den nassen Händen aufgeschäumt werden oder direkt auf der Kopfhaut aufgetragen werden. Durch die andere Konsistenz, sollte das feste Shampoo nicht unter dem fließendem Wasser liegen bleiben. Ich lege es außerhalb vom Wasser auf einen Schwamm zum Trocknen. So kann das Shampoo gut trocknen und die Reste vom Shampoo auf dem Schwamm kann ich sogar wieder verwenden bei der nächsten Dusche. Ich mag bei dieser Methode besonders, dass ich keine Shampoo-Reste an Schälchen oder anderen Ablageorten habe.

Als Abschluss gibt es für meine Haare eine saure Rinse aus Apfelessig. Meine Haare werden danach schön weich und glänzend.

Die Rohstoffe und dessen Aufgaben im festem Shampoo

Geht es dir genauso, dass du immer genau wissen möchtest, wozu jeder Inhaltsstoff in dem Rezept enthalten ist? Mir ist es besonders wichtig, weil ich in diesem Fall auch leichter die Zutaten einfach tauschen kann und die Rezepte trotzdem funktionieren. So habe ich auch bei diesem Shampoo verschiedene Rezepte und eigene Varianten getestet!

SCI oder SLSA sind Tenside, die dafür sorgen, dass das Shampoo leicht schäumt und Kopf / Haare gereinitg. SCI ist ein milderes Tensid und palmölfrei. Sie werden auf Basis von Kokosöl gewonnen.

Stärke wird im Shampoo als Füllstoff verwendet und sorgt für die feste Form. Außerdem saugt es Fett auf.

Heilerde / Tonerde bindet Schmutz & Fett. Wusstest du, dass man Heilerde auch als einzelnen Zutat zum Haarewaschen verwenden kann?! Zusätzlich ist es ein Füllstoff für das feste Shampoo.

Kakao& Sheabutter sind flüssige Bestandteile, die dafür sorgen, dass das Shampoo nicht brökelt. Sie sind bei Raumtemperatur fester und geben dem Shampoo daher mehr Festigkeit als ein flüssiges Öl.

  • Kakaobutter ist gut für trockene und strapazierte Haare
  • Sheabutter macht die Haare weich und geschmeidig
  • Kokosöl stoppt Schuppen, Haarausfall und spendet Feuchtigkeit (eher weich und in Kombination mit Kakaobutter zu verwenden)

Pflegeöle sorgen dafür, dass das Shampoo nicht bröckelt. Du suchst es speziell nach den Bedürfnissen deiner Haare & Kopfhaut aus.

  • Brokkolisamenöl verleiht dem Haar glanz
  • Nachtkerzenöl beruhigt die Kopfhaut, reduziert Schuppenbildung
  • Olivenöl gegen sprödes Haar & Spliss. Sorgt für Glanz
  • Leinöl für dünnes Haar
  • Amla-Öl bei Haarausfall
  • Hanföl pflegt, regt das Haarwachstum an, wirkt gegen Schuppen
  • Mandelöl hilf bei splissigen & stumpfen Haaren

Ätherische Öle haben eine unterstützende Wirkung auf Kopfhaut und Haare. Zudem geben sie deinem festem Shampoo einen angenehmen Geruch. Wichtig: nicht alle ätherischen Öle sind für Schwangere, Stillende und Kinder geeignet!

  • Teebaumöl desinfiziert & entfettet
  • Zitronenöl gegen Schuppen. Es desinfiziert, wirkt antiseptisch und stärkt die Haare
  • Rosmarinöl gegen Haarausfall & Schuppen
  • Zeder gegen Haarausfall & fettiges Haar
  • Lavendel beruhigt die Kopfhaut und wirkt antibakteriell. Gegen Spliss
  • Kamille gegen juckende und gereizte Kopfhaut

Mein Fazit

Ich persönlich liebe dieses einfache Rezept und dass ich es komplett an meine eigenen Bedürfnisse anpassen kann! Wenn du es ausprobierst, dann lass mir doch einen Kommentar mit deinem Erfahrungsbereicht da 🙂

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